Aktuell im Dezember 2021
  
Zimmererfachverband ist sauer

DAS WAR WIRKLICH ÄRGERLICH:
Fast 2 Stunden lang war ein SWR-Fernsehteam im FORUM HOLZBAU, um sich über die aktuelle Materialverknappung zu informieren. Hauptgeschäftsführer Thomas Schäfer war bestens vorbereitet und fasste vor laufender Kamera sachlich und argumentativ die wesentlichen Hintergründe zusammen, die zu der derzeitigen Situation geführt haben. Einen Tag später filmte dann das gleiche SWR-Team auf Vermittlung des Landesverbandes bei unserem Mitgliedsbetrieb HOLZBAU RIKKER. Zum Schluss teilte der Redakteur mit, dass der Beitrag noch diese Woche am Donnerstag im SWR ausgestrahlt wird. – Am 25. April um 20:15 Uhr wurde dann die Sendung ‚Zur Sache Baden-Württemberg‘ ausgestrahlt …

„Ich bin sehr verärgert, dass der Landesverband komplett aus dem Beitrag herausgeschnitten wurde“, so HGF Thomas Schäfer. „Dem Zuschauer wurden somit wichtige Informationen vorenthalten. Was wir vermeiden wollten, war eine einseitige Darstellung, dass es generell zu wenig Holz gibt, dass der Zimmerer nicht (rechtzeitig) liefern und ausführen kann und dass sich das Bauen mit Holz erheblich verteuert! – Dieser Beitrag war absolut nicht förderlich für unser Handwerk und für unsere Mitgliedsbetriebe.“
Festzuhalten ist übrigens, dass es nicht nur beim Holz und bei Holzwerkstoffen einen temporären Engpass gibt. Andere Gewerke und andere Bauweisen sind einer ähnlichen Material-Verknappung ausgesetzt. Sand, Kies, Stahl, Kleinmetallteile – sogar verschiedenste (erdölbasierte) Kunststoffe werden nur mit großem Zeitverzug und zu höheren Preisen geliefert. Die nationalen und internationalen Warenströme laufen derzeit ziemlich aus dem Ruder.

Nachfolgend der vollständige Abdruck des Interviews, das in dem Fernsehbeitrag nicht gesendet wurde:
Dem Holzbau wird derzeit schmerzlich bewusst, dass Holz ein wertvoller und weltweit begehrter Rohstoff ist. Bislang waren es die Zimmerer und Holzbauer im holzreichen Land Baden-Württemberg gewohnt, bestelltes Bauholz in allen Qualitäten und Mengen innerhalb weniger Tage auf den Hof oder auf die Baustelle geliefert zu bekommen. Das ist seit Beginn des Jahres 2021 nicht mehr so.

Ein weltweiter „Heißhunger“ nach Rundholz von China und nach wertvollem Schnittholz in die USA führt zu prekären Lieferengpässen in den Zimmereien. Ein Boom im Bau und bei Heimwerkern in den USA, dortige Lieferengpässe vom Nachbarn Kanada und Coronabedingte Unterbrechungen von Produktions- und Lieferketten sind hierfür verantwortlich. Um nahezu 50 % ist der Export in die USA 2020 gestiegen.

Das führt auf dem heimischen Markt dazu, dass Lieferfristen von den Sägern und dem Holzhandel nicht zugesagt werden können und Preise bei längerfristigen Bestellungen nicht genannt werden. Das macht die Kalkulation derzeit extrem schwierig. Oftmals werden für Bauvorhaben gar keine Angebote mehr abgegeben.

Die Mitgliedsbetriebe der Zimmerer-Innungen haben erst im März bei einer Verbandsabfrage einen Auftragsbestand von 20 Wochen gemeldet. Dies ist zum einen eine positive Nachricht, weil es den riesen Bedarf am Markt darstellt. Allerdings muss das Holz für Aufträge, die zu Preisen vom Herbst 2020 kalkuliert wurden, zu tagesaktuellen Preisen bezahlt werden. Und dieser ist vielfach bis zum doppelten und mehr höher als im Vertrag mit dem Kunden vereinbart. Dies kann in aller Regel nicht nachverhandelt werden und der Zimmerer bleibt auf den Mehrkosten sitzen.

Der Preis von Holz ist insbesondere für die Waldbauern schon lange viel zu niedrig. Für den klimabedingten Waldumbau ist eine höhere Vergütung des Rohstoffes an den Forst nötig. Das scheint sich derzeit auch langsam zu verbessern. Es ist auch legitim, wenn Säger sich am Preis des Weltmarktes orientieren. Nachfrage und Angebot regelt nun mal den Preis. Das Problem am Markt liegt in der Kurzfristigkeit. Die Dynamik macht den Holzbauunternehmern aus vorgenannter Auftragslage wirklich große Probleme.

Hier setzt der Appell der Holzbaubranche an die Wertschöpfungskette Holz vom Forst über den Säger bis hin zum Holzhandel an: Der positive Trend im Holzbau, der in den vergangenen 15 Jahren durch Forschung und Entwicklung, durch die holzbaufreundlichste Landesbauordnung BW in Deutschland und durch eine Holzbau-Offensive BW die Vorbild ist für andere Bundesländer darf nicht kurzfristig durch solche Verwerfungen am Markt zerstört werden. Alle Prozessbeteiligten der Wertschöpfungskette brauchen den Schulterschluss, durch diesen Engpass gemeinsam durchzugehen. Der Forst, insbesondere der Staatsforst muss dafür sorgen, dass heimisches Holz für heimische Betriebe zur Verfügung gestellt wird. Die Sägeindustrie und der Holzhandel sind gefordert, ihren langfristigen Kunden am heimischen Markt ausreichend Holzbaumaterial zu kalkulierbaren Preisen für die anstehenden Bauprojekte zur Verfügung zu stellen

Die Zimmererbranche hofft, dass sich nach ersten Signalen die Lage auf dem Weltmarkt im dritten Quartal 2021 beruhigt und dann auch der regionale Markt sukzessive wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt.
 
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Jennifer Bürk ist beste Biberacher Zimmerergesellin – Gesellenprüfung 2020
 
150 Zimmerer aus den Landkreisen Alb-Donau, Biberach, Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen, haben die Gesellenprüfung bestanden. 32 davon kommen aus dem Kreis Biberach. Jennifer Bürk erhielt als Prüfungsbeste den ersten Ausbildungspreis der Zimmererinnung Biberach. Coronabbedingt wurden nur die Preisträger zur Lossprechung eingeladen.

Die Lossprechung ist der feierliche Ausbildungsabschluss in einem Handwerksberuf. Den Auszubildenden werden nach erfolgreicher Prüfung die Gesellenbriefe übergeben. Die Lossprechung habe ihren Ursprung in den handwerklichen Zünften im ausgehenden Spätmittelalter und in den nachfolgenden Jahrhunderten, sagte Innungsobermeister Max Steigitzer. Der Lehrling lebte damals in der Familie des Meisters und dieser hatte das Erziehungsrecht über ihn. „Die Eltern mussten Lehrgeld für die Ausbildung bezahlen“, sagte Steigitzer. „Früher war also auch nicht alles besser als heute“, so der Obermeister unter dem Schmunzeln der Anwesenden. Mit der Lossprechung schied der Handwerker aus dem Familienverband des Meisters aus und wurde in das Gesellenbuch der Zunft eingetragen.

„Als Obermeister der Zimmererinnung Biberach entbinde ich euch hiermit von den Pflichten des Ausbildungsverhältnisses und erhebe euch in den Gesellenstand“, sagte Max Steigitzer. Auf „Gott schütze unser ehrbares Handwerk“ antworteten die jungen Gesellen „Gott schütze es“.

Als Prüfungsbeste mit der Note 1,4 erhielt Jennifer Bürk (Ausbildungsbetrieb Küchle, Kirchberg) den Preis der Handwerkskammer und den ersten Preis der Zimmererinnung Biberach. Als Belohnung für die hervorragende Prüfungsleistung erhielt sie die Schlüssel für einen bereits bereitstehenden VW-Up. Das Auto darf sie ein Jahr lang fahren. Sämtliche Kosten übernehme die Innung, „nur den Sprit muss sie selbst zahlen“, sagte Steigitzer.

Johannes Herholz (Zimmerei Traub, Daugendorf), erhielt als Zweitbester von der Zimmererinnung einen Geldpreis von 250 Euro und Anika Kreil (Wiedmer, Achstetten) den dritten Preis mit einem Gutschein über 150 Euro. Belobigungen der Handwerkskammer erhielten Anika Kreil, Max Johann Schlosser (Müller, Baltringen), Alexander Kattner (Zimmerei Kattner, Kirchberg) und René Heinrich (Zimmerei Kuhn, Ummendorf).

Max Steigitzer dankte den Sponsoren der Innung, durch die die Preisverleihung überhaupt möglich ist. Es sei der Pandemie geschuldet, dass die Förderer nicht eingeladen wurden.

Sie habe sich sehr gut eingefunden in der „Männerdomäne“ der Zimmerer, meinte Jennifer Bürk im SZ-Gespräch. Mitverantwortlich dafür sei ihr Ausbildungsbetrieb. „Ich wollte nach dem Abitur Bauingenieurwesen studieren“. Im Vorpraktikum beim späteren Lehrbetrieb habe es ihr so gut gefallen, „dass ich geblieben bin“, verrät sie.

Als weiteres Berufsziel nannte die Preisträgerin das Vollzeitstudium Projektmanagement Bau. „Ich habe bisher wenig Auszubildende erlebt, die mit so viel Freude wie Jennifer bei der Arbeit sind und ihre Arbeit bestmöglich ausführen“, lobte ihr Ausbildungschef Hilmar Küchle. Diesen Preis habe sie sich verdient. Maximilian Schneider, zuständig für die Fort- und Weiterbildung im Bildungszentrum Holzbau, sagte: „Im Kammergebiet der Handwerkskammer Ulm haben wir einen hohen Zulauf an Zimmerern.“ Im Bildungszentrum Holzbau sei festzustellen, „dass wir kontinuierliche Steigerungszahlen haben“.

Sie haben die Zimmererprüfung bestanden
Folgende 32 Auszubildende im Landkreis Biberach haben die Zimmererprüfung bestanden:
Sebastian Darasz und Felix Eberhard (Ausbildungsbetrieb: Arnold Haus, Riedlingen). Jan Heinzle, Lukas Widmann (BWB, Riedlingen), Daniel Fink (Walser, Bad Schussenried), Jonas Lindner, Raphael Schädle (Fritschle, Uttenweiler), Bastian Petschulat (Gaiser, Oggelshausen), Max Johann Schlosser (Müller, Baltringen), Vincent Hildebrand, Silas Pfarr (Heymann, Attenweiler), Leon Borchert, Lennart Clauhsen, Nico Högerle (Jako Rot/Rot), Jennifer Bürk, Leon Rozas Humana (Küchle, Berkheim), Eric Gantner (Maiggler, Stafflangen), Niklas Heckenberger, Simon Steigmüller (Moser, Warthausen), David Schall (Scheffold, Laupheim), Andrej Dzeko (Schick und Knorr, Rindenmoos), Johannes Seethaler (Schmid, Baltringen), Kevin Winter (Uetz, Dietenwengen), Magnus Schaidnagel (Weiss, Dettingen), Anika Kreil (Wiedmer, Achstetten), Johannes Herholz, Moritz Selg (Traub, Daugendorf), Falk Gaum (Hummler, Schemmerberg), Elias Traub (Kappler, Arlach), René Heinrich, Patrick Matzenmüller (Kuhn, Ummendorf) und Alexander Kattner (Kattner, Kirchberg)

 
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Bericht und Foto: Schwäbische Zeitung, Josef Aßfalg
 

 
Lossprechungsfeier 2019

Veranstaltung: Lossprechungsfeier Zimmerer Innung Biberach
Veranstaltungsort: Bildungszentrum Holzbau Biberach
Zeitraum: 12.09.2019
Berichtverfasser: Jens Rothfuss

Lossprechungsfeier der Zimmerer-Innungen Biberach und Ravensburg im Bildungszentrum Holzbau
Am 12. September 2019 veranstalteten die Zimmerer-Innungen Biberach und Ravensburg die traditionelle Lossprechungsfeier im Bildungszentrum Holzbau. Der Einladung folgten zahlreiche Gäste, um mit den neuen Junggesellinnen und Junggesellen gemeinsam den Erfolg und den Beginn des neuen Lebensabschnittes zu feiern.
 
Kurz zuvor gab Obermeister Max Steigitzer die Namen der drei besten Absolventen der Zimmerer-Innung Biberach bekannt und überreichte Ihnen die Ausbildungspreise: Als Prüfungsbester darf Tobias Bohn (Zimmerei Sälzle, Biberach) als Belohnung für seine hervorragende Prüfungsleistung nun ein Jahr lang einen VW-Up fahren. Die Zimmerer-Innung Biberach übernimmt hierbei sämtliche Kosten des Fahrzeuges, ausgenommen der Benzinkosten und honoriert so den Fleiß und das Engagement während der Ausbildung. Valentin Mayer (Zimmerei Maiggler, Stafflangen) erhielt als Zweitbester einen Geldpreis von 250 Euro als Belohnung und Thomas Ettwein (Zimmerei Traub, Riedlingen-Daugendorf) durfte sich als Drittbester über 125 Euro freuen.
 
Der Leiter des Bildungszentrums Holzbau, Markus Weitzmann, begrüßte die neuen Junggesellinnen und Junggesellen, Gäste, Kooperationspartner und alle Vertreter der Prüfungskommission. Er würdigte die hohe Lernbereitschaft und beglückwünschte alle Absolventen zu ihren Erfolgen. "Heute gilt es die neuen Fachkräfte und deren
Leistungen zu feiern. Die steigenden Holzbauquoten sind der Beweis dafür, dass Ihr euch für eine zukunftsfähige Ausbildung entschieden habt. Nun gilt es auch für Sie das Bauen mit Holz zu verinnerlichen und weiterzuentwickeln"
gab er den Junggesellen mit auf den Weg.
 
Obermeister Max Steigitzer gratulierte den neuen Fachkräften zu ihren vorbildlichen Leistungen und würdigte die Arbeit aller Beteiligten. Zudem betonte Max Steigitzer in seinem Grußwort auch den Ursprung der Lossprechung und die Wichtigkeit einer Aufrechterhaltung dieser Tradition im Zimmererhandwerk.
Der Obermeister der Zimmerer-Innung Ravensburg, Richard Heisele, gratulierte ebenfalls allen Absolventinnen und Absolventen, zeigte die Chancen des Handwerks auf und wünschte ihnen eine glückliche Hand in der weiteren Karriereplanung.
 
Die Schulleiterin der Karl-Arnold-Schule Renate Granacher-Buroh betonte die Wichtigkeit der Ausbildung und lobte das offensichtlich erfolgreiche Wirken aller an der Ausbildung beteiligten Akteure. Im System des lebenslangen Lernens benötigt man den gewissen Ehrgeiz, um erfolgreich zu sein und nicht den Anschluss zu verlieren.
 
Im Mittelpunkt der Feier stand die Überreichung der Gesellenprüfungs-Zeugnisse und Ehrungen durch den Prüfungsvorsitzenden Wolfgang Heber und die Obermeister Steigitzer und Heisele. 154 von 170 Prüflingen haben die diesjährige Gesellenprüfung bestanden, zum Teil mit herausragenden Ergebnissen. Die Zahl der Prüflinge zeigt, dass der Beruf des Zimmerers trotz demografischen Wandels weiterhin interessant und ein Zukunftsberuf ist. Der Gesellenbrief ist ein Wertpapier, das man nicht geschenkt bekommt. Die Anforderungen an den Holzbau und den Beruf des Zimmerers steigen stetig, was die Durchfallquote von 9,4 Prozent verdeutlicht.
 
Herr Heber bedankte sich bei allen beteiligten Prüfern für ihr ehrenamtliches Engagement und die unzähligen geleisteten Stunden für die Vorbereitung, Prüfungsabnahme und Auswertung. Ein weiterer Dank ging an die Kreishandwerkerschaft für die stets zuverlässige Organisation, sowie der Karl-Arnold-Schule für die kostenlose Überlassung der Prüfungsräume.
Im Anschluss ließ es sich Max Steigitzer nicht nehmen Wolfgang Heber - der zum letzten Mal als Vorsitzender fungierte – für sein langjähriges Engagement zu würdigen und sich bei ihm zu bedanken. Zudem lud er alle Kolleginnen und Kollegen herzlich zum Landesholzbautag ein, der am 27. und 28. September in Biberach stattfindet.
 
"Trotz Digitalisierung darf unser Handwerk nicht vergessen werden. Handwerk ist Kultur und diese Kultur gilt es weiterzuentwickeln. Werdet gute Handwerker, den Anfang habt ihr gemacht" gab Bernhard Otto, Leiter der Ausbildung, in seinem Geleitwort den neuen Fachkräften mit auf den Weg.

Beendet wurden die Feierlichkeiten mit dem traditionellen Zimmererklatsch mit musikalischer Begleitung durch die Zimmerer-Kapelle Biberach, bevor die Gäste den Abend bei angeregten Gesprächen und einem reichhaltigen Buffet, angeboten durch das Team des Bildungszentrums Holzbau, gemütlich ausklingen ließen.
 
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Von links nach rechts:
Max Steigitzer, Thomas Ettwein, Alfred Traub, Valentin Mayer, Karl Maiggler, Tobias Bohn, Joachim Sälzle
 

 
Brückenbau statt Unterricht
Jugendtheater zur Berufsorientierung

Die Brücke hält, auch ohne Schrauben und Nägel. Richard Betz beim Richtspruch vor Schülern aus der Gemeinschaftsschule und der Realschule in Riedlingen.
 
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Riedlingen sz Für die Schüler der Technikklassen der Joseph-Christian-Gemeinschaftsschule und der Geschwister-Scholl-Realschule hat es statt Unterricht Aktions-Theater gegeben. Zimmerermeister Richard Betz zeigte den Gästen, in der Cafeteria der Realschule, mit seinem Jugendstück "Mit Herz und Hand" die mannigfaltigen Möglichkeiten, die es im Handwerk hierzulande gibt. Spannend und mit Tiefgang erzählte Betz, alias Paul Leonardo Palmer, von der Zeit in der ein junger Mensch ins Berufsleben einsteigt und seinen Platz im Leben sucht.

Ein Wegweiser mit Schildern wie Bundeskanzler/in, Harz IV und Master steht auf der einen Seite der Bühne. Auf der anderen ist ein Haufen mit kreuz und quer liegenden Hölzer. Am Boden dazwischen sieht man eine alte Werkzeugkiste und zwei Holzböcke, daneben eine Kettensäge und eine Bohrmaschine. Mit zünftiger Zimmermannskluft und pfeifend tritt Richard Betz vor die Schüler. Mit seiner ersten Frage "Wer weiß denn was ein Zimmermann so macht" holt er die Jugendliche aus der Pause ab. Und dann geht es los. Er erzählt von den Irrungen und Wirrungen im Leben des jungen Paul Palmer und baut nebenher, Schritt für Schritt eine sogenannte Leonardobrücke auf. Da wird gesägt und gebohrt und nebenbei über die erste großen Liebe, Alkoholexzesse und eine verkrachte Bankerkarriere philosophiert. Mit im Spiel sind zwei Bewerbungen für eine Handwerkerlehre, die eine per Handy und die andere von Hand geschrieben, aus einem orangen Briefumschlag.
 
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In diesem Universum zeigt Betz die vielen Wege, die einem jungen Menschen nach einer Handwerkslehre offen stehen, ohne dabei andere Ausbildungen abzuwerten. Das alles macht er ohne sich anzubiedern, authentisch und in einer jugendnahen Sprache, informativ, anrührend und humorvoll. Für ihn lassen sich Lebensträume mit Herz und Hand verwirklichen und deshalb rät er den Schülern: "Wenn ihr gern zupackt und kreativ sein möchtet, lernt ein Handwerk."

Auf seine Abschlussfrage, was denn nun wahr und was fiktiv in dieser Geschichte ist, gibt es von Richard Betz teilweise erstaunliche Antworten. So ist er tatsächlich als Jugendlicher schon mit dem Ferrari seines Nachbarn gefahren, hat Architektur studiert und die Zimmerei mit einer Auszubildenden ist in der Nähe von Kassel.
Zum Schluss fordert Betz seine Gäste auf, die Leonardobrücke auseinander zu nehmen. Das ist dann doch nicht ganz so einfach. Aber die "Coolsten" bringen das Werk wieder zusammengefügt, so dass einer von ihnen drüber gehen kann. Wer will, darf sich ein Reisetagebuch, wie es die Wanderburschen auch heute noch mit sich führen, mitnehmen und darin Träume, Erfahrungen und Begegnungen festhalten.
Richard Betz, der auf Einladung der Zimmerer-Innung Biberach, dieses Gastspiel in der Cafeteria der Riedlinger Realschule gab, hat mit seinem Stück den Jugendlichen aufgezeigt, dass das Handwerk gute Zukunftsperspektiven gibt. Und der eine oder andere, der das Stück erlebt hat, kann sich durchaus vorstellen mit "Herz und Hand" zu schaffen.

Mit "Herz und Hand" ist das zweite Theaterstück von und mit Richard Betz. Zusammen mit seinem ersten Stück "Hans im Glück oder der Traum vom Fliegen" hat er in mehr als vier Jahren vor weit über 10?000 hauptsächlich jugendlichen Zuschauern in der ganzen Bundesrepublik gespielt. Im neuen Jahr geht er mit "Total Global", einem Stück für leere Scheunen und verwaiste Ställe, auf Tournee. Ein Gastspiel in der Region ist vorgesehen.
 
Lokales vom 02.01.2018 Anton Munding
 

 
Kammersieger Johannes Ruf startet für den Landeswettbewerb in Biberach

Am 5.September fand im Bildungszentrum Holzbau in Biberach der Kammerwettbewerb des Handwerkskammerbezirk Ulm statt. Der jeweils beste der 6 zugehörigen Zimmererinnungen sowie zwei weitere Teilnehmer mit einer sehr guten Gesellenprüfungsnote kämpften um den Startplatz am Landeswettbewerb.

Alle Teilnehmer haben im August die Gesellenprüfung mit Noten im Bereich 1,0 – 2,0 abgeschlossen. Damit qualifizierten sie sich für den Kammerwettbewerb. Bei diesem musste am Dienstag ein Satteldach mit Krüppelwalm in ungleicher Dachneigung erstellt werden. Die schwierigsten Elemente fanden sich im Walmdach, dort musste ein Wechsel mit Klaue eingebaut werden. Unterhalb des Wechsels kamen senkrechte Strahlenschifter in die Dachfläche, die im Wechsel verzapft werden mussten.

Um die Winkel und Maße zu ermitteln, war das Niveau deutlich höher als bei praktischen Gesellenprüfung angesetzt. In 7,5 Stunden mussten zwölf Hölzer aufgerissen, also in realer Größe gezeichnet werden. Erst im Anschluss durften die Bauteile angerissen und in Folge ausgearbeitet werden. Da in Wettbewerben die Grenzen des Machbaren ausgelotet werden, kommt es häufig vor, dass manche Teilnehmer am Ende nochmals mit einem Holz auf die Zeichnungen müssen, um letzte Fehler zu korrigieren – so auch an diesem Wettbewerb.
Am Ende dürfen aber alle Teilnehmer auf sich stolz sein. Ein Kommentar eines Zuschauers der kurz vor Ende überrascht die Wettbewerbshalle betrat war: "Jetzt haben es ja doch alle geschafft".

Eine Gratulation gilt allen Teilnehmern für ihre Leistung und das Durchhaltevermögen. Besonders gute Leistungen hatten in diesem Jahr folgende drei Teilnehmer:

1. Platz: Johannes Ruf – Ausbildungsbetrieb: Zimmerei Steigitzer, Maselheim
2. Platz: Matthias Kenntner – Ausbildungsbetrieb: Geiger Holzbau, Westhausen-Lippach
3. Platz: Dominik Ruchti – Ausbildungsbetrieb: Zimmerei Schmid, Gutenzell-Hürbel


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Ebenfalls gratulieren wir dem Arbeitskreis des ZDB (Zentralverband Deutsches Baugewerbe) der die offiziellen Aufgaben jährlich entwickelt. Das Niveau war sehr anspruchsvoll auf den Punkt getroffen.

Dankeschön an die Firma Layer, die uns mit ihrem Sponsoring erneut ermöglichte, einen rundum hochwertigen Wettbewerb durchzuführen. Sie spendete die Preise für die Plätze eins bis drei. Vielen Dank an die Prüfungskommission, die nun schon öfter gemeinsam prüfte: Manfred Gnann, Hubert Schafitel (Innungsvertreter) und Michael Rieger.

Das Bildungszentrum Holzbau Biberach wünscht allen Teilnehmern weiterhin viel Erfolg. Wir sind uns sicher, wer Leistung auf diesem Niveau bringt, wird seinen Weg machen. Wir hoffen, Ihr bleibt dem Holz treu!
 

 
Lossprechungsfeier der Zimmerer-Innung Biberach

Am 21. September 2017 lud die Zimmerer-Innung Biberach zur traditionellen Lossprechungsfeier ins Bildungszentrum Holzbau ein. Dieser Einladung folgten zahlreiche Gäste, um mit den neuen Junggesellen gemeinsam den Erfolg und den Beginn des neuen Lebensabschnittes zu feiern.
Kurz zuvor gab Obermeister Max Steigitzer die Namen der drei besten Absolventen der Zimmerer-Innung Biberach bekannt und überreichte dem erfolgreichsten Junggesellen bereits zum fünften Mal den Autoschüssel. Dieses Jahr sogar an seinen eigenen Mitarbeiter, was ihn besonders freute. Als Prüfungsbester darf Johannes Ruf (Ausbildungsbetrieb Zimmerei Steigitzer, Maselheim) nun ein Jahr lang als Belohnung für seinen Fleiß einen VW-Up fahren. Die Zimmerer-Innung Biberach übernimmt alle Kosten des Fahrzeuges, ausgenommen der Benzinkosten und honoriert so den Fleiß und das Engagement während der Ausbildung. Marvin Mogk (Sälzle Holzbau, Biberach) erhielt als Zweitbester einen Geldbetrag von 250 Euro als Belohnung und Philipp Menz (Zimmerei Gerd Steinhauser, Unteressendorf) durfte sich als Drittbester über 125 Euro freuen.
Der Leiter des Bildungszentrums Holzbau, Markus Weitzmann, begrüßte die Absolventen, Gäste, Kooperationspartner und alle Vertreter der Prüfungskommission. Er würdigte die hohe Lernbereitschaft und beglückwünschte alle Absolventen zu ihren Erfolgen. "Seit Stolz auf eure Leistung, haltet unser Handwerk in Ehren und bringt den Holzbau weiter voran" gab er den Junggesellen mit auf den Weg.
Denselben Tonus schlug auch Obermeister Max Steigitzer an. In seinem Grußwort betonte er die vorbildlichen Leistungen und Arbeit aller Beteiligten. Max Steigitzer erklärte den Zuhörern, wie sich die Bewertung der Prüfungsergebnisse zusammensetzt und wie die Jahrgangsbesten ermittelt werden.
Der Obermeister von der Zimmerer-Innung Ravensburg, Michael Kränzle, sprach von einem erreichten Meilenstein für den zukünftigen Lebensweg. Er ermutigte die Junggesellen, stets mit Stolz ihr Handwerk zu zeigen und zu verfolgen.
Oberstudienrat Marcus Morath, Abteilungsleiter Bautechnik am Kreisberufsschulzentrum in Biberach lobte das Zimmererhandwerk und dessen Tradition sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Holzbau. "Willkommen im Bereich der gut ausgebildeten Fachkräfte. Zimmerer werden gebraucht und das Zimmererhandwerk boomt. Wir haben hier in Biberach die größte Zimmererfraktion mit über 450 Auszubildenden" manifestierte Herr Morath zum Schluss seiner Rede.
Im Mittelpunkt der Feier stand natürlich die Überreichung der Gesellenprüfungszeugnisse und Ehrungen durch den Prüfungsvorsitzenden Wolfgang Heber und die Obermeister Steigitzer und Kränzle. 142 von 149 Prüflingen haben die diesjährige Gesellenprüfung bestanden, zum Teil mit herausragenden Ergebnissen.
Wolfgang Heber bedankte sich bei allen beteiligten Prüfern, die unzählige Stunden für die Vorbereitung, Prüfungsabnahme und Auswertung leisteten und der Kreishandwerkerschaft für die stets zuverlässige Organisation, sowie der Karl-Arnold-Schule für die kostenlose Überlassung der Prüfungsräume.
Die abschließenden Geleitworte kamen vom Leiter des Ausbildungsbereichs, Bernhard Otto. "Vergesst euer Fundament, euer erlerntes Handwerk nicht. Vielleicht ist auch bei Ihnen ein neuer Antoni Gaudí dabei" resümierte Otto und gratulierte nochmals allen neuen Gesellen zu ihren Leistungen und wünschte ihnen alles Gute für den weiteren Lebensweg.
Beendet wurden die Feierlichkeiten mit dem traditionellen Zimmererklatsch unter der musikalischen Begleitung durch die Zimmerer-Kapelle Biberach, bevor die Gäste den Abend bei angeregten Gesprächen und einem reichhaltigen Buffet gemütlich ausklingen ließen.

Text und Fotos: Jens Rothfuss
 
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Obermeister Steigitzer gibt die Namen der drei besten Absolventen in der Innung Biberach bekannt   Wolfgang Heber überreicht die Gesellenbriefe
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Die Teilnehmer bei der Lossprechung der Zimmerer-Gesellen   Überreichung der Preise an die drei besten Absolventen
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Zum Abschluss der Zimmerer-Klatsch    
  

 
Berufsfindung einmal ganz anders
Zimmerer-Innung Biberach informiert mit einem Theaterstück


Ochsenhausen - Wie finde ich meinen eigenen Weg im Leben? Dies ist bei der Berufswahl eine zentrale Frage. Für Jugendliche bedeutet sie oft die erste große Entscheidung, die sie in Ihrem Leben selbst treffen müssen. Wie sie damit umgehen können, soll durch das hintergründige Theaterstück "Hans im Glück" erleichtert werden.
Der Architekt, Zimmermeister und "Theaterer" Richard Betz stellte es am Montag, den 20.02.2017, in der Realschule Ochsenhausen im Auftrag der Zimmererinnung Biberach vor. Das Stück dauerte rund achtzig Minuten, in denen die Schüler ruhig und gespannt die Vorstellung verfolgten - bei 140 Acht und Neuntklässlern eine reife Leistung.
Der Inhalt des Stückes erzählt vom Zimmermeister Paul Ballmer. Dieser wird durch einen unerwarteten Brief in seine bewegte Vergangenheit zurück katapultiert. Während er Höhen und Tiefen seines Lebens erzählt, baut er auf der Bühne mit Säge und Megabohrer eine Brücke, die Leonardo da Vinci vor über 500 Jahren erfunden hat. Nach dem Errichten der Brücke wird dann zu guter Letzt nach altem Zimmermannsbrauch der Richtspruch gehalten.
In diesem Theaterstück flogen echte Späne. Die Jugendlichen bekamen einen fesselnden und interessanten Anstoß, sich mit dem Thema Berufs- und Lebensweg auseinander zu setzen. Das zeigten auch die zahlreichen Fragen im Nachgang. Eine Gruppe der jungen Zuschauer war so begeistert, dass sie gleich Hand anlegen wollte und die Brücke selbst einige Mal zerlegte und wieder aufbaute.
 
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Berufsorientierungstheater am 20. Februar 2017 in der Realschule Ochsenhausen: Vollbesetztes Haus und gespannte Aufmerksamkeit …   Der Architekt, Zimmermeister und "Theaterer" Richard Betz will mit seinem Stück "Hans im Glück" Jugendlichen dabei helfen, mit der Frage nach der eigenen Berufswahl besser umgehen zu können …
 
  
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne unter info@zimmererinnung-biberach.de zur Verfügung.


Quelle: zimmererinnung-biberach.de
Stand: 02.12.21 um 16:05 Uhr